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Handel direkt 1/2021

06 REGIONAL HANDEL

06 REGIONAL HANDEL DIREKT | JANUAR / FEBRUAR 2021 | #1 ■■Sonthofen „Brauchen Geld für Innenstädte“ Die aktuelle Situation in Sonthofen seit Beginn der Pandemie und die künftige Entwicklung der Innenstadt mit allen Herausforderungen - Dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Zoom-Meetings der Stadt und der Wirtschaftsvereinigung ASS. Neben dem Bürgermeister und dem gesamten Stadtrat nahmen auch Vertreter von Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie teil. HBE-Bezirksgeschäftsführer Andreas Gärtner kritisierte die staatlichen Corona-Hilfsprogramme mit deutlichen Worten. Viele Hürden in den Programmen seien für den Handel viel zu hoch. Mit Blick auf die Infektionszahlen konnte er den Unternehmern wenig Mut machen. „Es wird bis in den März oder April 2021 eine ganz, ganz harte Phase für alle Firmen. Wir hoffen, dass wir ab Mai 2021 zumindest einigermaßen in eine gewisse Normalität zurückkehren können. Aber es gibt viele, die es bis dahin nicht schaffen werden“. Einen dringenden Appell gab es von Gärtner noch in Richtung Kommunalpolitik: „Die Politik muss den Innenstädten finanziell unter die Arme greifen.“ ■■Würzburg „Sie shoppen, wir liefern!“ Viele Kunden, die gerne online einkaufen, würden es lieber bei regionalen Händlern tun, um diese zu unterstützen. In diese Lücke stößt die Initiative „Wülivery“ (Slogan: “Sie shoppen, wir liefern!”). Der neue, nachhaltige Same­ Day-Lieferservice für das Stadtgebiet wird unter anderem auch vom HBE unterstützt. Bezirksgeschäftsführer Volker Wedde: „Gerade in der Corona-Krise, in der viele Händler nicht öffnen dürfen, ist ein Lieferservice eine gute Idee.“ Zwar könne so natürlich nicht der enorme Umsatzausfall kompensiert werden. Aber momentan „zähle einfach jeder Euro Umsatz.“ Mit dem Fahrrad-Kurier werden ■■Nürnberger Land Treffen mit dem Staatsminister Ein analog wie digital nutzbares Gutschein-System für den gesamten Landkreis Nürnberger Land. Das ist der neue Heimat-Gutschein, an dem sich über 160 Händler beteiligen. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger informierte sich in Lauf über die innovative Aktion. HBE-Ortsvorsitzender Jürgen Oriold nutzte die Gelegenheit, um mit dem „Der neue Lieferservice ist gerade in der Corona-Krise eine gute Idee.“ die beim örtlichen Fachhändler telefonisch oder online bestellten Artikel noch am gleichen Tag zu den Kunden gebracht. Bis Weihnachten war „Wülivery“ für die Kunden und die teilnehmenden Geschäfte gratis. Die Kosten hatte die Stadt Würzburg übernommen. Damit wolle man in diesen schweren Zeiten den Handel unterstützen, so Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Wedde ist jedenfalls von Wülivery überzeugt: „Auch nach der Corona-Krise wird sich das Konzept „Waren aus dem lokalen stationären Einzelhandel nach Hause liefern lassen“ sicherlich am Markt behaupten können. Der Laufer HBE-Ortsvorsitzende Jürgen Oriold (l.) und der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (r.). Staatsminister verschiedene einzelhandelsrelevante Themen zu besprechen. Oriold: „Natürlich stand der Lockdown mit seinen dramatischen Auswirkungen für den Handel im Mittelpunkt.“ ■■Memmingen Kommt Amazon? „Amazon ist für die Einzelhändler ein rotes Tuch!“ Mit deutlichen Worten hat die HBE-Ortsvorsitzende Mechthild Feldmeier auf die Pläne von Amazon reagiert, sich in Memmingen anzusiedeln. Der amerikanische Versandriese möchte auf einer Gewerbefläche in der Nähe des Allgäu Airport in Memmingerberg ein neues Verteilzentrum errichten. Davon ist Feldmeier wenig begeistert. Zwar seien die Auswirkungen auf den regionalen Einzelhandel durch ein Verteilzentrum nicht so groß. Sie bevorzugt allerdings ein innovatives Unternehmen, welches die „Sozialstandards einhält“. Das Amazon-Verteilzentrum soll die Auslieferung der Pakete an Kunden in einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern gewährleisten. Amazon betreibt bereits seit 2011 ein großes Versandzentrum an der B17 bei Graben im Landkreis Augsburg. Mit einer Größe von 17 Fußballfeldern ist es eines der größten Logistikzentren in ganz Deutschland. Brisantes Thema: Auf einer riesigen Gewerbefläche am Memminger Flughafen will sich Amazon ansiedeln. Der amerikanische Versandriese möchte dort ein gigantisches Verteilzentrum errichten. Das Projekt stößt beim örtlichen Einzelhandel allerdings auf heftige Kritik. Foto: © Sundry Photography - stock.adobe.com

HANDEL DIREKT | JANUAR / FEBRUAR 2021 | #1 REGIONAL 07 ■■Dillingen Regional und kontaktlos einkaufen Wer gerne online, aber dabei auch gleichzeitig regional einkaufen will, kann das in Dillingen bequem und kontaktlos machen. Ganz zentral in der Innenstadt (Kapuzinerstraße) steht die zwei Meter hohe „Bummeltruhe“. Ähnlich einer Packstation können Kunden, die Waren bei Dillinger Einzelhändlern per Telefon oder Internet bestellt haben, diese dort bequem und ohne Zeitstress abholen. Mit seinem Buchladen beteiligt sich u. a. auch Schwabens HBE-Bezirksgeschäftsführer Bernd Brenner. „Eine wirklich tolle Idee. Gerade in der Corona-Krise ist die Bummeltruhe für die Kunden und natürlich auch für die vom Lockdown betroffenen Händler eine feine Sache.“ Brenner hofft, dass noch weitere Händler die neue Plattform nutzen. Als nächster Schritt soll nun noch das kontaktlose Bezahlen angeboten werden. Weitere Informationen über die Dillinger Bummeltruhe erhalten Sie unter www.bummeltruhe.de. ■■Moosburg Händler-Aktion „Wir machen auf_merksam“ ■■Dillingen Bernd Brenner verabschiedet Seit 1989 macht es sich der Arbeitskreis Schule- Wirtschaft zur Aufgabe, Verbindungen zwischen der Schule als Erziehungs- und Bildungsstätte und der Arbeits- und Berufswelt der Wirtschaft herzustellen. Seit der Gründung des Arbeitskreises war Bernd Brenner (Foto) aktiv mit dabei. Der schwäbische HBE-Bezirksvorsitzende und HBE-Vizepräsident wurde jetzt offiziell verabschiedet und für sein langjähriges Engagement geehrt. Der ehemalige Schulamtsdirektor Wilhelm Martin würdigte in seiner Laudatio seinen ehrenamtlichen Einsatz. ■■München Weniger Parkplätze in der Altstadt Durch das neue „Parkraumkonzept Innenstadt“ werden in der Landeshauptstadt bis zu 3.500 Parkplätze wegfallen. In mehreren Stufen soll in den nächsten fünf Jahren der Kfz-Verkehr in der Altstadt und am Altstadtring „zugunsten von mehr Fuß- und Radverkehr, von öffentlichen Verkehrsmitteln und mehr Aufenthaltsqualität“ reduziert werden. Außerdem werden in den Abendstunden die Parkgebühren in der Altstadt für Besucher ab 2021 auf 2,50 Euro pro Stunde erhöht. Der HBE begrüßt zwar, dass der Handel neben weiteren Vertretern der Wirtschaft bei der Erstellung eines räumlichen Verkehrskonzeptes einbezogen werden soll. HBE-Geschäftsführerin Simone Streller spart trotzdem nicht mit Kritik am Parkraumkonzept. „Für den motorisierten Kunden wird ein Besuch der Innenstadt und der dortigen Geschäfte noch unattraktiver.“ Die Corona-Pandemie führe zu einem veränderten Verkehrsverhalten mit einer gleichzeitigen Reduzierung der ÖPNV-Nutzung durch Kunden und Besucher. „Der innerstädtische Handel muss für alle Kunden erreichbar bleiben. Eine autofreie Altstadt mit der sukzessiven Streichung der öffentlichen Parkplätze ist daher der vollkommen falsche Weg.“ Der HBE fordert deshalb die Kompensation von mindestens der Hälfte der entfallenden Stellplätze durch die Schaffung von Parkmöglichkeiten entlang des Altstadtrings. ■■Franken Tante Emma lebt! Vor allem in Zeiten von Corona sind die kleinen Lädchen um die Ecke wichtiger denn je. Autor Tommie Goerz und Fotograf Walther Appelt haben sich für ihr Buch „Tante Emma lebt“ auf die Reise durch ganz Franken begeben und kleine Geschäfte besucht. Entstanden ist dabei ein hochwertiges, liebevoll gestaltetes und zahlreich bebildertes Lesebuch. „Tante Emma lebt. Zu Besuch in kleinen fränkischen Läden.“ ist im Ars Vivendi Verlag erschienen. Haben sich an der deutschlandweiten Kampagne beteiligt: HBE-Ortsvorsitzender Martin Neu und seine Frau Andrea Schätzl. Foto: Stefanie Kulig Auch in Bayern sind in der Corona-Krise viele Einzelhändler verzweifelt und wütend. Sie stehen wegen ausbleibender Finanzhilfen vor dem Ruin. Zumindest aufmerksam machen auf die trostlose Lage der Branche will die gleichnamige deutschlandweite Aktion. An dieser imaginären Ladenöffnung hat sich auch der Moosburger HBE-Ortsvorsitzende Martin Neu (Mode Neu) beteiligt. „Ich finde diese vollkommen regelkonforme und kreative Kampagne gut. Die Situation für die vom Lockdown betroffenen Händler ist dramatisch. Darauf wollen wir Politik und Öffentlichkeit aufmerksam machen. Deshalb sind wir mit dabei.“ Neu unterstützt die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung, fordert aber eine angemessene Entschädigung. „Es kann nicht sein, dass wir uns von Lockdown zu Lockdown schleppen und uns die Politik im Regen stehen lässt. Wir brauchen endlich eine Perspektive und schnelle finanzielle Unterstützung.“ REGIONAL Wir sind für Sie vor Ort!

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